Mit einem symbolischen Spatenstich am 6. Februar 2026 begann in Wiesbaden der Bau einer neuen vierzügigen Grundschule an der Wettinerstraße. Auf dem Gelände entsteht für rund 400 Schülerinnen und Schüler ein Schulgebäude inklusive einer Sporthalle mit zwei Spielfeldern. Die Stadt beschreibt das Vorhaben als Beitrag zur Stärkung der Bildungsinfrastruktur im südöstlichen Stadtgebiet.
Neuer Schulstandort und pädagogisches Konzept
Das geplante Schulgebäude umfasst etwa 8 700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche und ist für insgesamt 16 Klassenräume ausgelegt. Diese Räume werden in sogenannten Cluster Lernbereichen zusammengefasst, die jeweils autarke Einheiten bilden. Ergänzt werden die Unterrichtsräume durch Differenzierungsräume, Teamräume, offene Lernzonen sowie nutzbare Außenflächen wie Terrassen und Balkone.
Im Zentrum des Neubaus ist eine Aula mit einer Sitzstufenanlage vorgesehen, die schulische Versammlungen aufnehmen soll. An die Aula schließt eine Mensa an, die täglich bis zu 360 Essen in mehreren Schichten ausgeben kann. Auf dem südlichen Teil des ursprünglich geteilten Grundstücks ist eine Kindertagesstätte geplant. Zwischen den beiden Einrichtungen soll ein öffentlicher Fußweg die Wettinerstraße mit dem Parkplatz an der Balthasar Neumann Straße und dem angrenzenden Wohngebiet verbinden.
Sporthalle, Freianlagen und Quartiersbezug
Die direkt angebundene Sporthalle mit zwei Spielfeldern ist vorrangig für den Schulbetrieb vorgesehen, kann aber auch von Vereinen genutzt werden. Das Dach der Halle wird als Schulhof gestaltet und ebenerdig an die Freiflächen angeschlossen, so dass ein geschützter Aufenthalts- und Bewegungsbereich oberhalb des Straßenniveaus entsteht. Nach Fertigstellung der neuen Hallen an der Balthasar Neumann Straße und der Brunhildenstraße wurde die alte Halle auf dem Gelände bereits abgerissen.
Stadtvertreter betonen die enge Einbindung des Neubaus in das Quartier. Die Kombination aus Schule, Sporthalle und Freianlagen soll kurze Wege ermöglichen und den städtebaulichen Zusammenhang stärken.
Architektur, Nachhaltigkeit und Baustoffe
Der Entwurf stammt vom Architekturbüro architektei mey aus Frankfurt am Main. Konstruktiv ist eine Mischung aus Stahlbeton und Holz Massivelementen vorgesehen. Zur nachhaltigen Ausrichtung des Projekts gehören extensive Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen sowie eine langlebige Fassadengestaltung.
Baudezernent Andreas Kowol sieht in dem Projekt eine Verbindung aus funktionaler Architektur und nachhaltiger Bauweise sowie eine sinnvolle Einbindung in das bestehende Quartier. Schuldezernent Dr. Hendrik Schmehl hob die geplanten Räume hervor, in denen individuelle Förderung und moderne Unterrichtsformen möglich sein sollen.
Zeitplan, Kosten und Trägerschaft
Die Verbau und Erdbauarbeiten sind für Januar bis Juni 2026 geplant, der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Juli 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung des Neubaus soll voraussichtlich im Dezember 2028 erfolgen. Die Baukosten werden mit rund 29,4 Millionen Euro brutto angegeben, das Gesamtprojektbudget liegt bei 51,2 Millionen Euro brutto.
Bauherrin und Betreiberin des Projekts ist die WiBau GmbH, die das Gebäude im Rahmen eines Mietmodells an die Landeshauptstadt Wiesbaden übergeben wird. Der Geschäftsführer Christoph Golla bezeichnete das Vorhaben als Beispiel für eine partnerschaftliche und wirtschaftliche Umsetzung kommunaler Bauvorhaben.
Mit dem Neubau will die Stadt eine moderne Grundschule bereitstellen, die langfristig zur Versorgungsstruktur im Wiesbadener Südosten beiträgt.
Quelle anzeigen

